123tanz im Salzlager
Kunst & Kultur
Samstag, den 14. Oktober 2006 um 12:35 Uhr
eraseex2Vom 19. bis 29. Oktober werden im Haller Salzlager beim Festival 123tanz neue Tendenzen im Tanz- und Performancebereich gezeigt. Dabei werden neue Medien und unterschiedliche Kunstformen in die Choreographien einbezogen. Junge Tänzer und Choreographen treffen dabei auf internationale Größen des Tanzgeschehens. Ein zentrales Anliegen dieses Festivals ist auch die Förderung des österreichischen Tanzes. Das Festival wird von der Galerie St. Barbara organisiert.

Nicht nur für Kenner
An den sieben Abenden werden sich ein bis drei Solisten mit der menschlichen Existenz und der aktuellen Situation in der Gesellschaft auseinandersetzen. Beginn ist jeweils um 20.30 Uhr. Das Festival 123tanz richtet sich nicht nur an Kenner und Liebhaber des zeitgenössischen Tanzes. Die Veranstalter möchten damit auch Schwellenängste bei „Neueinsteigern“ abbauen und vor allem die Vorstellungen, die man aus dem klassischen Ballett hat, erweitern um die vielen Facetten und Ansätze, die moderne Tanzkünstler einbringen. Sie laden besonders auch das Haller Publikum ein, sich auf diese ausdrucksstarke Kunstform einzulassen. Vor den Veranstaltungen gibt es im Haus.05 in der Schmiedgasse 5 für Interessierte eine Einführung (Anmeldung bis einen Tag vor der jeweiligen Veranstaltung unter Tel. 0 52 23 / 53 8 08 erforderlich).

Erase
Bei „Erase“ am  Donnerstag, 19. Oktober, werden drei völlig unterschiedliche Choreographien gezeigt: Anne Teresa de Keersmaeker, The Wooster Group uind Isabella Soupart legen ihre verschiedenen Ansätze dar. Die Tänzerin Johanne Saunier und Jim Clayburgh (Gründer der New Yorker Theatergruppe „The Wooster Group) haben sich dabei von der Bildenden Kunst inspirieren lassen, genauer von jenem Bild, das Robert Rauschenberg durch das Ausradieren einer Zeichnung von De Kooning geschaffen hat. Und hier wird auch der Ansatz dieses Tanzabends deutlich: Es geht um das Neuschaffen, um  Überlagerungen und Ausblendungen.

One -Two + Three
Elio Gervasi, einer der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen, österreichischen Tanzes, hat für „One - Two + Three“ (Freitag, 20. Oktober) eine sehr lebendige Choreographie entwickelt, die er durch Video, Performance und Livemusik ergänzt. Thematisch nimmt er sich des Themas Körperkult an - nicht ganz unproblematisch, wenn es doch der Körper ist, der als Ausdrucksmittel im Tanz eingesetzt wird. Gervasi aber kritisiert die Tendenz, dass der Körper als Werbeträger fungieren muss, mit Perfektionismus und Makellosigkeit, bei der der individuelle Charakter und die Natürlichkeit beinahe keine Existenzberechtigung mehr haben. Es tanzen Elio Gervasi und Leonie Wahl.

Speed - neither / nor
Wer vor einigen Jahren seine Inszenierung der „Nervenwaage“ von Artaud im Salzlager gesehen hat, wird sich freuen, dass der international bekannte Choreograph und Regisseur Joachim Schlömer mit „speed - neither / nor“ (Samstag, 21. Oktober) wieder nach Hall kommt. Es handelt sich dabei um ein kompromissloses Werk über die Vergänglichkeit des Seins. In schnellen, fast synchronen Bewegungen tanzen sich zwei Männer (Joachim Schlömer und Graham Smith) bis an den Rand des Möglichen und wieder zurück - zum Stillstand.

Gelede - Ritualtanz
Das von der Unesco zum „immatriellen Weltkulturerbe“ ernannte afrikanische Tanzritual Gelede wird am Sonntag, 22. Oktober, im Salzlager gezeigt. Bei den mit geschnitzten Masken ausgeführten Tänzen übernehmen auch Frauen Rollen. In der Region Togo / Benin / Nigeria in Westafrika findet jährlich das Gelede Tanzritual statt. Mehrere tausend Mitglieder der Yoruba Volksgruppe treffen zusammen, um wichtige gemeinschaftliche Ereignisse wie das Einbringen der Ernte zu feiern oder Bedrohungen durch Dürre oder Krankheit zu bannen. Diese Veranstaltung beginnt bereits um 17.30 Uhr.

Weiteres Programm
Als mit dem Tanz gleichberechtigte Kunstform wird das Video bei „Into the Blue“ (Freitag, 27. Oktober) eingesetzt. Das Publikum wird den Ablauf des Abends am Samstag, 28. Oktober, bei „Running Sushi“ mitbestimmen. Je nachdem, wie sich elf Personen bedienen, so werden die elf Teile der Produktion gezeigt. Beim abschließenden Abend am Sonntag, 29. Oktober, kommen sehr junge Choreographen zum Zug. Im ersten Teil sind es  die jungen Belgier Caroline Hainaut und Palle Dyrvall, im zweiten Teil die junge österreichische Choreographin Katharina Weinhuber.

Karten: 19 Euro (erm. 12 Euro); Gesamtkarten 105 Euro (erm. 70 Euro). Kartenvorverkauf: In allen Ö-Ticket Vorverkaufsstellen • TVB Region Hall-Wattens, Wallpachgasse 5 • Innsbruck Ticket Service, Burggraben 3 • TT-Kundencenter, Rathauspassage • IVB-Kundencenter, Stainerstraße • in allen Sparkasse- und Raiffeisen-Filialen.

 
 

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