Straubareal an Thaurer Bauern verkauft
Region Hall
Dienstag, den 10. Dezember 2013 um 13:31 Uhr

HP_kaserne_straubMit einem Knalleffekt für die Haller Stadtgemeinde gingen letzte Woche die Verkaufsverhandlungen um das gut 90.000 Quadratmeter große Areal der Straubkaserne im Westen der Stadt zu Ende. Eine Bietergemeinschaft von Thaurer Landwirten wurde als Meistbieter ermittelt.

Im dritten Anlauf ging der Verkauf des Kasernenareals über die Bühne. Seit mehreren Jahren bereits hatte sich die Sivbeg – jene Gesellschaft, die vom Verteidigungsministerium mit der Abwicklung der Kasernenverkäufe in Österreich beauftragt ist – bemüht, einen Käufer für diese Liegenschaft zu finden. Bisher war jedoch der Verkauf stets an der geforderten Kaufsumme von 13,3 Mio. Euro für die Liegenschaft gescheitert. Bei der Erstausschreibung 2008 waren es noch 17 Mio. Euro gewesen, die der Bund gerne lukriiert hätte. Bei diesem dritten Anlauf nun hatte die Sivbeg auf eine Festlegung des Mindestverkaufspreises verzichtet.

Zuschlag ging an Thaurer Bietergemeinschaft

"Im Zuge der Verkaufsverhandlung letzte Woche wurde eine Bietergemeinschaft von Thaurer Landwirten als Meistbieter ermittelt. Bis Mitte Dezember hat der Meistbieter jetzt Zeit, den Vertrag zu unterschreiben und den Kaufpreis zu überweisen", bestätigt Pressesprecherin Elisabeth Kleedorfer den Immobiliendeal. ‹über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Tiroler Bodenfond wurde überboten

Den Verkauf bestätigt auch LR Hannes Tratter von der Gemeindeabteilung des Landes Tirol. Das Land war nämlich über den Tiroler Bodenfond selbst Mitbieter bei dieser Ausschreibung gewesen. Der Tiroler Bodenfonds verfügt in zahlreichen Gemeinden ¸über Grundstücke für den Wohnbau oder für Gewerbe- und Industriebauten. "Wir hätten großes Interesse gehabt, dieses wichtige Areal gemeinsam mit der Stadtgemeinde Hall für den gewerblichen Bedarf zu entwickeln", erklärt Hannes Tratter, ehemaliger Bürgermeister der Salzstadt. Leider sei man beim Preis dann von den Thaurer Bauern ¸überboten worden. "Hier haben wir einfach nicht mithalten können", so Tratter. Wenig auskunftsfreudig zeigt sich Halls Bürgermeisterin Eva Maria Posch: "Ich hab noch kein Konzept der Thaurer vorliegen und kann deshalb wenig dazu sagen". Sie werde sich jedoch sehr genau anschauen, was die Käufer jetzt mit dem Areal vorhaben. Eine Entwicklung des Geländes, das als Sonderfläche Kaserne ausgewiesen ist, müsse natürlich in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften der Raumordnung erfolgen. "Diese Fläche ist für mich für die wirtschaftliche Entwicklung Halls nach wie vor von großer Bedeutung", so Posch.

Neue Hofstellen

Den Erwerb des Areals bestätigt auch Andreas Norz, eines der fünf Mitglieder der Bietergemeinschaft. "Wir wollen hier unsere Aussiedlerhöfe errichten", so der Thaurer Gemüsebauer. Produktion sei hingegen keine vorgesehen. Diese Fläche unmittelbar an der Dorfgrenze sei für sie die ideale Lösung. "Wir sind hier stark unter Druck gestanden", verweist Norz auf langjährige Diskussionen um die Aussiedelung dieser Betriebe aus dem Dorfzentrum. Gespräche mit der Stadtgemeinde Hall bezüglich der Flächenwidmung habe es zwar noch keine gegeben, diese würden aber unmittelbar anstehen.

 

 

 
 

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