Großer Matschgererumzug in Mils am 13. Februar
Region Hall
Donnerstag, den 03. Februar 2011 um 11:05 Uhr
P_Spiegeltuxer_Im heurigen Februar steht Mils ganz im Zeichen des Matschgerns. Rund 800 Mitwirkende werden am 13. Feber beim Großen Matschgerer-Umzug nach alter Fanachtstradition mit den typischen Masken und Figuren, viel Lärm und bunten Wägen den Winter vertreiben.

 In den Milser Häusern und Wohnungen herrscht eifrige Betriebsamkeit. Schließlich ist der heurige Februar ein ganzer besonderer Monat für das Dorf: heuer wird in Mils wieder der große regionale Fasnachtsumzug ausgerichtet. Mils, Absam, Thaur und Rum wechseln sich jährlich ab, mit bunten Figuren und Mordsgetöse nach altem Brauch den ewigen Kampf zwischen Winter und Frühling in der Fasnachtszeit darzustellen.

Die Milser leben hier eine besondere Tradition: das Matschgern. Das wilde Treiben von Spiegeltuxern, Bären, Hexen und Zottler wird heuer mit dem großen Umzug am 13. Februar gekrönt, für den rund 800 Teilnehmer ihre Larven und Kostüme schon bereiten.


Die Matschgerer kommen

 

Bereits davor ziehen die typischen Milser Matschgerertruppen an den Wochenenden durch die Gasthäuser und führen die traditionellen Tänze auf: der Winter wird vom Frühling bezwungen und mit einem kräftigen Fruchtbarkeitschlag auf die Schulter einiger Zuschauer, soll die Fruchtbarkeit angeregt werden. Am 8.Feber findet heuer außerdem bereits zum dritten Mal im beheizten Festzelt nördlich vom Zentrum für Hör- und Sprachpädagogik das große Matschgerer und Muller Schaugn statt. Hier zeigen die Milser Hexen, die Milser Matschgerer, die Absamer Matschgerer, die Rumer Muller und die Thaurer Muller bei Live-Musik ihre wilden Fratzen und schönen Masken. Beim Stückl- und Kabarettabend am 11. Feber führen dann verschiedene Milser Vereine ebenfalls im Festzelt lustige Sketche und Stückln auf auf.

 

Wenn der Tuxer den Zottler besiegt

 

Den Höhepunkt der Milser Fasnacht bildet dann der große Umzug am Sonntag, den 13. Februar. Bereits um 10.00 startet der Tag mit dem U1 Frühschoppen mit Radio U1 Tirol im Festzelt. Ab 13.30 Uhr zeigen die Milser Matschgerer gemeinsam mit den Gruppen der umliegenden Dörfer echtes Tiroler Brauchtum. Zahlreiche Musikgruppen, die Festwägen und die wilden Fasnachtstruppen sorgen für ausgelassene Fasnachtsstimmung mit Tiroler Tradition verquickt. Der wilde Zug mit dem Kampf von Winter und Frühling führt durchs ganze Dorfzentrum. Er beginnt beim „Leichter“, geht durchs Oberdorf bei Dorfbrunnen, Kirche und Volksschule vorbei und endet beim Dorfstüberl.

Eingeläutet wird der typische Matschgerauftritt von den wilden, hässlichen Winterfiguren. Zuerst kommen die Hexen mit hässlichen Larven, Buckeln und Besen, mit dem sie so manchen Zuschauer die Schuhe abkehren. Ihnen folgt der Zottler, die wohl wildeste Figuren des Milser Matschgerns. Seine ruppigen Gewänder bestehen aus blauen, grünen, roten und gelben Fransen, die aus Jute gerupft und auf eine blaue zweiteilige Montur genäht werden. Mit seinen dumpfen Lauten, einer grimmigen Larve und groben Schlägen zeigt er sich als typischer Vertreter des Winters. Der Zottler führt als Einziger den berühmte „Frosch" auf: Dabei kniet er sich mit beiden Beinen auf den Boden und legt sich ganz flach auf seinen Rücken.

Doch dann tritt der Frühling aufs Feld: in farbenfrohen Gewändern mit bunten Fransen, Quasten und Glöckchen versuchen die Tschaggeler den Winter davon abzuhalten, erneut ins Land einzuziehen. Als Kopfschmuck tragen diese vornehmen Figuren schwarze Hahnenfedern und einen mit Fuchs-fell bedeckten Hut. Der Klötzler ist eine wilde, rauhe Figur, bei der die schnellen Bewegungen und die hunderten Holzschindeln einen ohrenbetäubenden Lärm verursachen, weshalb sie meist an vorderster Front den Weg frei machen und den Winter mit ihrem Lärm vertreiben wollen. Im Gegensatz dazu ist der Weiße eine elegante, junge und lebendige Figur, die mit ihren Sprüngen über die Weidenrute das Wachstum des Frühjahrs symbolisieren soll. Schließlich kommt der Spiegeltuxer, der mit seinem rund 12 Kilogramm schweren Kopfschmuck aus Federn und Blumen, mit großem Spiegel in der Mitte und in Lederhose gekleidet das nahende Frühjahr und den Sommer verkörpert. Gemeinsam mit einer fröhlichen, lebendigen Hiatler-Gruppe plattelt er einen Zillertaler oder Reith im Winkler und jagt somit die wilden Winterfiguren in die Flucht. Der Frühling siegt also auch diesmal wieder.

Weitere Informationen auf www.milser-matschgerer.at

 

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