Aus für die Spange
Tirol aktuell
Mittwoch, den 01. Juli 2015 um 13:40 Uhr

fotomontage_mobilita_667eb42ad8Nach dem negativem Ergebnis der Bürgerbefragung für das Mobilitätskonzept Spange Ost verfolgt das Land das Konzept nicht mehr weiter. Lösungsvorschläge müssten aus den Gemeinden kommen.

Am letzten Junitag sagten die Milser "Nein" zur Spange Ost, bereits am nächsten Tag gibt der zuständige Straßenbaureferent LHStv Josef Geisler das Ende des vorliegenden Konzeptes bekannt: „Das Land Tirol respektiert die Entscheidung der Milser Bevölkerung und wird die Variante ‚Spange Hall Ost‘ mit dem Autobahnanschluss und der Verlegung der B 171 Tiroler Straße in Mils südlich der Eisenbahn nicht weiterverfolgen.“ Allerdings bedauert Geisler die Ablehnung: „Die Spange Hall Ost war das Herzstück und der Motor des vorgelegten Mobilitätskonzepts zur Neuordnung des Verkehrs in der Region.“ An der Verkehrsproblematik in der Region änderedie Bürgerentscheidung in Mils jedoch nichts, so Geisler. Am Unteren Stadtplatz in Hall zählt man durchschnittlich 19.200 Fahrzeuge täglich, auf der Haller Innbrücke sind es 21.400. Die Anzahl der Fahrzeuge hätte sich mit der Umsetzung des Mobilitätskonzepts Hall-Mils am Unteren Stadtplatz um mehr als ein Drittel verringert und auf der Haller Innbrücke mehr als halbiert.


Ball liegt bei den Gemeinden

„Das Land Tirol steht nach wie vor als Partner zur Lösung des Verkehrsproblems in der Region zur Verfügung“, versichert LHStv Geisler. Die Lösungsvorschläge zu einer nachhaltigen Reduktion der Verkehrsbelastung müssten nunmehr aber aus der Region kommen, spielt der Straßenbaureferent den Ball an die Gemeinden zurück. „Wir warten auf Vorschläge“, so Geisler abschließend.
„Es ist sehr schade für Hall, dass sich die Milser Bevölkerung gegen eine Umfahrungsstraße ausgesprochen hat. Damit entzieht sich die Gemeinde ihrer Verantwortung, als Hauptverursacher des Verkehrs von Richtung Osten ihren Beitrag zur Verkehrsentlastung zu leisten“, findet die Haller Bürgermeisterin Eva Maria Posch Worte des Bedauerns.
Die Haller Bürgermeisterin Eva Maria Posch ist wenig erfreut über die Entscheidung, Der große Fehler sei bei der Genehmigung des Gewerbegebietes passiert, das ohne Verkehrskonzept genehmigt wurde und mittlerweile über 800 Arbeitsplätze zähle. Hall hätte bereits damals vehement auf diesen Umstand hingewiesen, nun leide mehr und mehr die Lebensqualität der Hallerinnen und Haller darunter. „Ich stelle klar fest, dass es hier zu einer Fehlentwicklung in Sachen Verkehr gekommen ist und werde weiterhin für eine Entlastung der Haller Bevölkerung vom Durchzugsverkehr kämpfen“, appelliert Posch an das Land Tirol, nun Alternativen für eine Verkehrsentlastung in Hall zu prüfen.
Für die Haller Verkehrspolitik sei jedenfalls weiter klar: „Wichtigster Baustein unserer Verkehrspolitik ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Wir investieren seit Jahren massiv in Öffis und setzen gerade zu einer weiteren Ausbauoffensive an.  Ab Dezember wird eine erweiterte Linie 4 den Haller Bahnhof anbinden. Außerdem soll die Anbindung von Absam und Mils ab Dezember deutlich verbessert werden. Nächstes Jahr kommt ein zusätzlicher, nur für’s Haller Stadtgebiet abgestellter Regiobus. Weiters wird gerade eine S-Bahn-Haltestelle in Hall-West mit Park & Ride geplant und der Bahnhof Hall wird barrierefrei.“ Posch erinnert daran, dass gemeinsam mit Mils auch eine Radwegoffensive geplant sei. Daran werde man mit voller Kraft weiterarbeiten.

 
 

Latest Events

Suchen & Finden