Hall erhält Kinder- und Jugendpsychiatrie
Tirol aktuell
Dienstag, den 10. Dezember 2013 um 09:41 Uhr

 HPtilak_arealDurch die Entscheidung der TILAK Generalversammlung, 2014 mit dem Bau zur Kinder- und Jugendpsychiatrie in Hall zu beginnen, erhält der Gesundheitsstandort Hall eine weitere Aufwertung. Die Kosten für diesen Neubau liegen bei 17,2 Mio. Euro, zusätzliche 46 Arbeitsplätze werden geschaffen.

Hall (ww). „Mit dieser Einrichtung für Kinder und Jugendliche reagiert das Land Tirol den Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tirol stärker auszubauen“, erklärt Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg. Drei Jahre lang habe man intensiv daran gearbeitet, für dieses prioritäre Thema eine entsprechende Lösung zu finden und ein Gesamtkonzept für Tirol zu erarbeiten. „Gerade der Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie war bisher ein Mangelfach in Tirol und darüber hinaus“, so Tilg. Zusätzlich herrsche im Land generell ein zu geringes Angebot an ausgebildeten Fachärztinnen.

 

Intensive Vorarbeiten

Daher habe man bereits 2009 im RSG (Regionaler Strukturplan Gesundheit) und im Tiroler Krankenanstaltenbettenplan 30 Betten für die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie 13 Betten für die Kinder- und Jugendpsychosomatik vorgesehen. Durch die gemeinsamen Bemühungen von Land Tirol, dem Gemeindeverband und den Sozialversicherungen sei künftig eine flächendeckende Betreuung in ganz Tirol ermöglicht. Neben der stationären Versorgung mit Tagesklinik, die in Hall angesiedelt wird, komme es zu einem Ausbau des ambulanten Bereiches sowie die Schaffung einer entsprechenden Anzahl an Facharztstellen. Tirolweit würden überdies fünf zusätzliche Kassenstellen im ambulanten Bereich geschaffen. Dies gehe Hand in Hand mit der Ausbildung von Fachärztinnen an der Medizinischen Universität Innsbruck. Nach langwierigen Verhandlungen hat nämlich die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie eine neue Leitung mit Univ. Prof. Dr.in Kathrin Sevecke erhalten. „Wichtig ist dabei auch die starke Vernetzung zwischen den Bereichen Gesundheit und Soziales“, verweist Landesrat Tilg auf das ausgezeichnete Gesprächsklima mit Christine Baur, der zuständigen Landesrätin für Soziales. Nun sei das Fundament gelegt, um psychische, psychosoziale, psychosomatische und entwicklungsbedingte Erkrankungen oder Störungen von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen, zu entsprechend zu behandeln und begutachten.

 

Erweiterung des Angebotes

Aktuell erfolgt die stationäre und ambulante Versorgung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen ausschließlich an der Innsbrucker Universitätsklinik. Dafür stehen zwei Stationen, zwei Ambulanzen sowie einer Tagesklinik für Essstörurgen mit derzeit 22 Normalbetten sowie 6 tagesklinischen Betten zur Verfügung. Dazu kommt die Ambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Innsbruck. „Alle Fachleute bestätigten uns, dass mit den derzeitigen Strukturen der Versorgungsauftrag nicht ausreichend abgedeckt werden kann. Deshalb haben wir mit einem Gesamtkonzept für Kinder- und Jugendpsychiatrie für Tirol reagiert, das sowohl den Spitalsbereich als auch den ambulanten und niedergelassenen Bereich beinhaltet“, so LR Tilg.

 

Klinikschule

Für die schulische Betreuung der stationär aufgenommenen Kinder und Jugendlichen ist eine eigene Klinikschule vorgesehen. Hier sollen die Kinder in kleineren Gruppen entsprechend ihres Alters und Bildung schulisch unterrichtet werden. Vorgesehen sind ca. 6 Klassenräume (plus ein Einzeltherapieraum). Hinzu kommen ein Lehrerzimmer sowie ein oder zwei Zimmer für die Klinikschulleitung.

 

Fahrplan

Mit den Bauarbeiten soll 2014 begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2017 geplant. Die Kosten für den Neubau der Kinder und Jugendpsychiatrie am Standort Landeskrankenhaus Hall betragen 17,2 Mio. Euro. Im Rahmen dieses Neubaus entstehen überdies 46 neue Arbeitsplätze.

 

 

 
 

Latest Events

Suchen & Finden