Umgang mit dem Risiko lernen
Tirol aktuell
Freitag, den 07. Oktober 2011 um 06:54 Uhr
HP_Titel_KFV_Snowboard79 Prozent aller Todesfälle unter Jugendlichen in Tirol sind die Folge eines Unfalls. Jugendliche aus Tirol und Südtirol überlegten sich am 6. Oktober 2011 in einem gemeinsamen Workshop, wie sie Mut zeigen können, ohne ihr Leben zu riskieren.

Kleine Kinder gehen Risiken ein, weil sie es nicht besser wissen.
Jugendliche nehmen Risiken oft bewusst in Kauf, weil sie sich selbst oder anderen etwas beweisen
und ihre Grenzen ausloten wollen. Das sieht man in der Unfallstatistik: 79 Prozent aller Todesfälle
unter Jugendlichen in Tirol sind die Folge eines Unfalls. In den letzten drei Jahren sind insgesamt
61 Jugendliche verunglückt, pro Jahr sterben in der EU etwa 22.000 Jugendliche durch Unfälle.
„Das Eingehen von Risiken gehört zwar zur Persönlichkeitsentwicklung dazu, kann aber bei
‚Mutproben’ lebensgefährlich werden. Europaweit muss das Risikoverhalten Jugendlicher und
junger Erwachsener daher ein zentraler Bestandteil der Unfallprävention sein“, sagt Mag. Norbert
Blaha, Leiter der Landesstelle Tirol des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Gemeinsamer Risikoworkshop im Rahmen von „Schulen mobil“

Tirol und Südtirol ziehen in dieser Sache bereits an einem Strang. 2010 wurde das
grenzüberschreitende Interreg‐Projekt „Schulen mobil“ gestartet. Schüler der 10. und 11.
Schulstufe in beiden Ländern sollen mit kreativen und spielerischen Unterrichtsmodulen in ihrem
verantwortungsbewussten und umweltfreundlichen Verkehrsverhalten gefördert werden.
Einen Teil davon bildet auch das Bewusstsein über das eigene Risikoverhalten. Am 6. Oktober
2011 nahmen Schüler aus Sterzing in Südtirol und aus Telfs gemeinsam an einem Workshop zu
diesem Thema teil. In praktischen Übungen im Klettergarten Fulpmes setzten sie sich damit
auseinander, wie sie mit riskanten Situationen umgehen. Lohnt es sich zum Beispiel, sich selbst
und anderen mit halsbrecherischen Aktionen etwas beweisen zu wollen? Gibt es vielleicht andere
Möglichkeiten, um Mut zu zeigen? Mit verschiedenen Übungen wurden die Jugendlichen
angeregt, ihre eigenen Risikostrategien und Selbstbewusstsein beim „Nein‐Sagen“ zu entwickeln.
Dazu wurden im Workshop Selbsteinschätzung, Gruppenphänomene und das Argumentieren in
Risikosituationen thematisiert.
„Schulen mobil“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Klimabündnis Tirol, dem Ökoinstitut Südtirol,
dem Kuratorium für Verkehrssicherheit Landesstelle Tirol, dem Land Tirol und der Autonomen
Provinz Bozen‐Südtirol, kofinanziert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale
Entwicklung – INTERREG IV A Italien Österreich.

 

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Norbert Blaha, Leiter der Landesstelle Tirol des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

 
 

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