Hall setzt auf Wärme aus Strom
Hall in Tirol
Dienstag, den 30. Juni 2015 um 15:39 Uhr

HP_P2H_Illustration2_Google_EarthGemeinsam mit der Landesenergieerzeuger Tiwag errichtet die Hall AG beim Biomasse-Heizkraftwerk in der Oberen Lend eine Power-To-Heat-Anlage. Darin soll überschüssiger Strom in Wärme umgewandelt und in das Fernheiznetzwerk eingespeist werden.

In dieser neuen Anlage wird künftig über zwei Elektrodenheizkessel Regelenergie in Heißwasser zur Wärmeversorgung umgewandelt. „Diese sichere und bewährte Technik kommt in Deutschland sowie in den skandinavischen Ländern bereits erfolgreich zum Einsatz“, erläutert Artur Egger, Technischer Direktor der Hall AG. Mit dieser Technologie ist es nämlich möglich, Stromüberschüsse aus erneuerbarer Energieerzeugung in Form von Wärme kurzfristig zu speichern und dann ins Netz einzuspeisen. Die Speicherung selbst erfolgt in einem neu zu errichtenden 25 m hohen Speicherturm mit einem Volumen von 1.300 Kubikmeter Fassung. Als weiterer positiver Nebeneffekt werden dadurch auch die Emissionswerte aus dem Betrieb des Biomasseheizwerkes in Hall um bis zu 24 % gesenkt.

Zusätzliche Wärmeleistung

Artur Egger sieht aber weitere Vorteile durch die Realisierung dieses P2H-Regelkraftwerkes für Hall:„Mit einer zusätzlichen Wärmeleistung von 20 Megawatt (MW) zu den derzeit vorhandenen 27 MW im Biomasse-Heizkraftwerk kann die Ausfallssicherheit der Wärmeversorgung von Hall nochmals gesteigert und der Kundenabsatz erhöht werden.“ Auf diese Weise könne die Hall AG ein Drittel des Haller Wärmebedarfes bei gleichzeitig sinkenden Emissionen abdecken. Überdies steige  durch den Betrieb von P2H zudem die Effizienz des Stromnetzes deutlich an. 

Gemeinschaftsprojekt

Als Partner für dieses Projekt konnten die Haller die Tiwag gewinnen. Während die Hall AG ihre Absatzmöglichkeiten im Haller Wärmenetz beisteuert, sorgt die Tiwag für eine gesicherte Vermarktung über ihren Marktzugang. „P2H-Anlagen können aufgrund ihrer Einschränkungen große Speicherkraftwerke nicht ersetzen“, betont Tiwag-Vorstand Erich Entstrasser.  In Verbindung mit diesen Kraftwerken können aber kleinere regelfähige Anlagen in Pools wirtschaftlich erfolgreich am Regelenergiemarkt teilnehmen. „Durch diese Kooperation wird ein wertvoller Beitrag für die Energiewende und die dafür notwendige Integration von erneuerbaren Energien auf nachhaltige, umweltschonende und ökonomische Weise geschaffen“, ergänzt Bgm. Eva Maria Posch. Gleichzeitig würden in Hall über 1.000 Tonnen klimaschädliches CO2 pro Jahr eingespart, sowie weitere Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Stickoxid, Kohlenstoffmonoxid oder Staubemissionen in der ohnedies hochbelasteten Region merklich reduziert.

 

Die Gesamtinvestition des Projektes beträgt 6 Mio. Euro. Der erste Durchlauferhitzer soll bereits Ende dieses Jahres in Betrieb gehen, der Vollbetrieb im Herbst 2016 erfolgen.

 

 
 

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