Friedvolle Koexistenz in einstimmiger Stille
Hall in Tirol
Mittwoch, den 08. Februar 2006 um 10:02 Uhr
Wohl selten zuvor ist eine Gemeinderatssitzung in Hall so ruhig und auch so schnell vonstatten gegangen. Zwar standen nur einige wenige Punkte auf der Tagesordnung, aber der Punkt 7, Tarifgestaltung der Stadtwerke, hatte doch einiges an Diskussion erwarten lassen. Weit gefehlt – sämtliche Punkte wurden einstimmig und ohne Diskussion beschlossen.

Wer sich gedacht hatte, dass die bereits zweite Strompreiserhöhung in den letzten beiden Jahren zumindest seitens der Opposition zu heftigen Reaktionen führen würde, sah sich getäuscht. Immerhin hatte der jetzige Finanzreferent und Aufsichtsratsvorsitzende der Haller Stadtwerke vor zwei Jahren noch eine Strompreissenkung für die Haller Bevölkerung für den Fall angekündigt, dass er Bürgermeister werden würde.

Zweite Preiserhöhung
Nun oblag ihm die Aufgabe, zum zweiten Mal den Gemeinderat von der Notwendigkeit zu informieren, dass man die Preise – dieses Mal um rund 4 Prozent – erhöhen müsse. „Leider zwingen uns die Entwicklungen am internationalen Energiemarkt zu dieser Erhöhung“, begründete Margreiter diesen Schritt. Für die Bevölkerung bedeute dies jedoch keine reale Erhöhung, da gleichzeitig die Netztarife in diesem Ausmaß gesunken sind. „Der Strompreis für den Endabnehmer bleibt folglich gleich“; so Margreiter.

Ertragssituation verschlechtert sich
Für die Stadtwerke selbst bedeute dies jedoch eine Verschlechterung der Ertragssituation, da diese Erhöhung erst mit 1. März in Kraft trete, man jedoch im Jänner und Februar bereits die niedrigeren Netztarife tragen müsse. Auch Bgm. Vonmetz schloss sich dieser Argumentation an: „Leider verschlechtert sich die Ertragssituation der Stadtwerke, da der Strombedarf zunimmt und die Eigentromerzeugung gleich bleibt“.

Ungerechtfertigte Aussage
Einzig die Aussage von VizeBgm. Harald Schweighofer, SP Hall, im letzten Haller Blatt, dass Bgm. Vonmetz eine Überschreitung im Bereich der Personalkosten von 87.000 Euro zu verantworten haben, rief bei der VP Hall Widerspruch hervor. „Der Großteil dieser Überschreitungen ist durch Beschlüsse des Stadtrates gedeckt“, so Werner Schiffner. Überdies würde dadurch einzig die städtischen Angestellten in eine schiefes Licht gerückt, was diese überhaupt nicht verdienten.

„Wenn man bedenkt, dass etwa für die Schneeräumung nur 10.000 Euro budgetiert wurden, aber bis jetzt schon 60.000 Euro ausgegeben wurden, weiß man warum es zu solch einer Überschreitung kommen kann“, gab Bgm. Vonmetz zu bedenken. Er könne ja nicht die Schneepflüge enfach in der Scheune lassen.

 
 

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