Lehrstuhl wackelt wieder
Hall in Tirol
Donnerstag, den 15. Dezember 2005 um 14:18 Uhr
Mit zwei Jahren Verspätung ist es nun im Haller Gemeinderat gelungen, zumindest eine tranchenweise Finanzierung des bereits zugesagten Lehrstuhls für Pflegewissenschaften an der Umit zu beschließen. Über die nächsten fünf Jahre sind nun je 73.000 Euro zu diesem Zweck vorgesehen. Lange Zeit hatte es ja so ausgesehen, als ob auch sich der Gemeinderat auch heuer nicht dazu durchringen wird können. Mit 13:8 Stimmen fiel die Zustimmung dann doch klarer aus. Die Umit will jedoch die gesamten Mittel auf einmal.

Hall (ww). Während die Sozialdemokraten vor allem die Finanzierung eines Lehrstuhles als falsch ansahen und sich eine Unterstützung in Form von Stipendien vorstellen könnten, gab es nicht wenige Mandatare, die sich an der Vorgangsweise im Vorfeld dieser Entscheidung erregten. Die Finanzierung dieses Lehrstuhles war nämlich noch vor der Gemeinderatswahl 2004 seitens des Bürgermeisters Leo Vonmetz und Eva-Maria Posch erfolgt. Die beiden hatten aber weder den Stadtrat noch Gemeinderat davon informiert. „Es ist dies demokratiepolitisch äußerst bedenklich“, ärgerte sich die grüne Mandatarin Schramm-Skoficz. Dennoch sei sie bereit zuzustimmen, da sie die Umit als Einrichtung für Hall einfach wertvoll erachte. Yavuz Öztürk von der SP Hall hingegen hielt mit seiner ablehnenden Haltung nicht hinter dem Berg: „In Zeiten knapper Mittel sehe ich es nicht ein, der Umit Geld zu geben, damit diese ihren Budgetnotstand lindern kann“, so der studierte Ökonom. Denn er könne keinen direkten Nutzen für Hall erkennen.

Nutzen für Hall

Werner Hackl von der VP Hall, der auch an der Umit studiert, konnte diese Meinung überhaupt nicht teilen. „Wenn man die demografische Entwicklung ansieht und bedenkt, dass sich in Hall fünf Seniorenwohnheime befinden, dann muss man eine solche Einrichtung nur bejahen“, so der neu angelobte Gemeinderat. Da überdies der Großteil der Studenten der Pflegewissenschaften Leute aus dem gehobenen Pflegedienst sind, die hier eine Zusatzausbildung absolvieren, sei auch eine Unterstützung in Form von Stipendien der falsche Weg. Für Hannes Margreiter, der die Umit „mit heißem Herzen“ will, gehört es sich einfach für eine Universitätsstadt, sich an Forschungsausgaben zu beteiligen. Seine Listenmitglieder Tina Haselwanter und Christian Visinteiner ärgerte vor allem die schrittweise Informationstaktik. „Es ist nun einmal vorgesehen, dass eine solche Zusage unverzüglich dem Gemeinderat mitzuteilen ist“, betonte die Stadträtin. Neben den fünf Sozialdemokraten stimmten dann auch Haselwanter und Visinteiner gegen diese Finanzierung.

Umit will gesamten Betrag auf einmal

Wie nun bekannt wurde, hat die Umit mit einer Ratenauszahlung überhaupt keine Freude. Für Center Manager Roland Bauer war es immer ausgemacht, dass die ganzen 360.000 Euro auf einmal fließen. Dies bestätigt auch Harald Schweighofer von der SP Hall. „Margreiter muss nun halt eine Bedeckung suchen, wenn er den gesamten Betrag auszahlen will“, so sein Bündnispartner. Auf jeden Fall müsse eine solche Auszahlung sowieso im Gemeinderat beschlossen werden und dann werde man ja sehen.

 
 

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