Neue Strukturen für Stadtwerke
Hall in Tirol
Donnerstag, den 15. Dezember 2005 um 13:04 Uhr

Angekündigt worden war sie schon lange, die Umstrukturierung der Haller Stadtwerke GesmbH. Nun wurde bei der letzten Gemeinderatssitzung nach einem Dringlichkeitsantrag der Grundsatzbeschluss gefasst, in den nächsten neun Monaten die Neugestaltung durchzuführen. Vorgesehen ist eine Holdinglösung mit einer Aktiengesellschaft als Dachorganisation und drei Tochtergesellschaften.

Hall (ww). Vor allem möchte man mit dieser Lösung jene Bereiche von der Politik weg bringen, bei denen der wirtschaftliche Nutzen eine zentrale Rolle spielt. Deshalb wird auch das Kerngeschäft wie Strom, Fernwärme, Wasser, Kanal und IT-Technologie eine eigene Tochergesellschaft bilden, die als die „cash cow“ der Holding agieren soll. „Wir möchten diesen Bereich dem Zugriff der Tagespolitik entziehen“, so Bgm. Leo Vonmetz. Als Dach wird eine Holding in Form einer Aktiengesellschaft vorgesehen, die auch die Aufgaben des Controllings, Marketings und der Finanzen für die drei operativ tätigen Tochtergesellschaften übernimmt. In die zweite Tochter werden alle jene Bereiche untergebracht werden, die mit Veranstaltungen usw. zu tun haben, wie etwa die Burg Hasegg, das Salzlager, Schwimmbad oder das Kurhaus. Jede Tochtergesellschaft hat einen eigenen Geschäftsführer und Bereichsleiter, um so auch das Vieraugenprinzip erfüllen.

Eigene Immobiliengesellschaft

Nach Innsbrucker oder Rumer Muster werden sämtliche Immobilien der Stadtwerke, aber auch der Stadt, in eine eigene Immobiliengesellschaft eingebracht. Als Gesellschftsform schwebt Finanzreferent Hannes Margreiter eine GmbH & KEG vor, die ihm dafür als günstigste Variante erscheint. „Natürlich muss dies rechtlich alles einwandfrei sein, dafür werden aber externe Rechtsanwälte und Steuerberater sorgen“, so Margreiter. Da in dieser Gesellschaft der gesamte Immobilienbesitz der Stadt untergebracht ist – also auch die Schulen oder etwa das Rathaus – will Margreiter natürlich eine entsprechende politische Kontrolle gewahrt haben. „Es wird einen eigenen, politisch bestetzten Aufsichtsrat geben“, erklärt StR Margreiter, der „Garant dafür ist, dass hier nur Entscheidungen im Sinne der Stadtgemeinde gefällt werden“. Harald Schweighofer (SP Hall) gibt sich derzeit noch etwas vorsichtiger. „Ob auch die städtischen Immobilien eingegliedert werden, möchten wir uns noch genau ansehen“, will sich der Sozialdemokrat noch nicht festlegen. Für Eva Maria Posch ist dieser Gedanke völlig neu. „Wir haben im Vorfeld nur davon gesprochen, dass die Verwaltung aller Liegenschaften von einer gemeinsamen Stelle durchgeführt wird“, zeigt sich die VP-Stadträtin überrascht. Einer Eingliederung sämtlicher Immobilien könne sie sicherlich nicht zustimmen. Völlig überrascht war auch Barbara Schramm-Skoficz von den Grünen: “Davon habe ich nichts gewusst“.

 
 

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