RotGold kippt Lehrlingsentschädigung
Hall in Tirol
Mittwoch, den 14. Dezember 2005 um 14:46 Uhr
Bis zur Budgetsitzung hatte die VP Hall geglaubt, dass die von ihr vor einigen Jahren eingeführte Lehrlingsentschädigung, die mit Jahresende ausläuft, wieder verlängert wird. Im Budgetentwurf waren dafür auch 40.000 Euro vorgesehen. Doch es kam anders, denn mit ihrer Mehrheit entschieden Hannes Margreiter und Harald Schweighofer, diese Aktion vorerst nicht fortzuführen, sondern eine Arbeitsgruppe einzurichten, die in den nächsten drei Monaten erörten soll, ob und in welcher Form diese Entschädigung an die Unternehmer ausbezahlt wird.

Hall (ww). "Wir sind zwar grundsätzlich für eine Lehrplatzförderung", begründete Walter Vedlin (SP Hall) seinen Antrag, aber "man wolle ein System haben, dass dazu geeignet ist, neue Lehrplätze zu schaffen und nicht bestehend zu unterstützen". Deshalb wolle man auch eine Arbeitsgruppe einsetzen, um das bestehende System zu überprüfen. Bisher hatte die Stadt Hall jedem Unternehmer, der Lehrlinge ausbildet, die für diesen Lehrling anfallende Kommunalsteuer als Unterstützung refundiert. 2005 waren dabei rund 36.000 Euro an die Unternehmer geflossen. Eva Maria Posch (VP Hall) konnte diesen Vorstoß überhaupt nicht verstehen: "Es ist vergebene Liebesmüh ein bewährtes und vielfach kopiertes System aufzugeben, um dann in einer Arbeitsgruppe viel Zeit zu verschwenden, um etwas Besseres zu finden".

Keine Geldgeschenke

Hannes Margreiter sieht überhaupt für die öffentliche Hand die Zeit gekommen, sich von dieser Art der "Geldgeschenke" zurückzuziehen. "Das Schaffen von Arbeitsplätzen ist die Aufgabe des privaten Unternehmertums", so Margreiter. Die Politik habe nur die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Es sei in der derzeitigen Form eine Verschwendung öffentlicher Gelder und daher sei es mehr als zweckmäßig, diesen Modus zu überlegen. Für Eva Posch ist Intention Vedlins, nur mehr neu geschaffene Lehrplätze zu fördern, der völlig falsche Weg. "Wer bestimmt eigentlich was ein neuer Lehrplatz ist", gab Posch zu bedenken. Außerdem würden dadurch vor allem die Klein- und Kleinstunternehmer benachteiligt, die sich ein oder zwei Lehrstellen mit viel Engagement leisteten. "Dieser neue Modus würde vor allem die Großbetriebe bevorzugen und ist überdies mit einem hohen bürokratischen aufwand verbunden", gab Posch zu bedenken. Mit ihrer Mehrheit entschied Rot-Gold-Grün dann aber doch für die Einstellung der Lehrlingsförderung, was Bgm. Vonmetz überhaupt nicht behagte: "Das war so überhaupt nicht besprochen", ließ Vonmetz erkennen, dass dieser Vorstoß für die VP Hall völlig unerwartet gekommen war.

 
 

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